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Hingabe – Dein Schritt ins Ungewisse

Hingabe & Unternehmertum
Das Motto: “mutig Brücken schlagen”

Warum schreibt ein unternehmerisch Tätiger wie ich

über “Hingabe”?

Hingabe – ein Begriff der Liebe. Ein Begriff der tiefe Verbindung zu Menschen vermittelt.

Ich hatte anfangs so meine Bedenken dem Gespür freien Lauf zu lassen …
Ein solcher Brückenschlag zum Unternehmertum? Etwa doch zu gewagt?

Bevor ich nun frech den Tatendrang und die Leidenschaft des Unternehmers in Bezug zur Hingabe setze widmen wir uns der Einordnung …

 

Definition & Einordnung des Begriffs

Hingabe ist für mich …

wenn ich mich einem Menschen, einer Sache oder einem Thema völlig öffne und damit verletzlich und angreifbar mache.

Wem oder was ich mich dabei mit hingebungsvoller Haltung komplett zuwende ist für mich dabei sehr weit zu fassen.
Die Gleichung oder besser gesagt “Rechnung” dabei zu machen, was für mich dabei herauskommt oder wenigstens ansatzweise zurückkommt ist dabei nicht der primäre Impuls für Hingabe.
Im “professionellen Umfeld” wird dies immer wieder als “dümmlicher” Ansatz angekreidet weil es an Berechnung fehlt und Kontrolle entgleiten zu scheint.

Doch warum eigentlich?
Nun mit der Hingebung hat es bei vielen Leuten oft einen Haken:
Es verursacht Unbehagen, Beklemmung, ja sogar ungerichtete Unsicherheit und damit Angst.
Die Vorstellung sich in einer Situation oder einem Anderen völlig schutzlos auszuliefern gleicht für die meisten unter uns einer Kapitulation.
Sich einem fremden Diktat, einem äußeren Zwang zu unterwerfen die dahinter stehende Urangst.

Um Hingebungsfähigkeit entwickeln zu können steht für mich der Umgang mit Angst und deren Auflösung im Vordergrund.

Hier eine sehr schöne Umschreibung:

Martin P. Rubeau:
Die Angst, daß nichts mehr von einem übrig bleibt.”
Quelle: SEIN.DE

In letzter Konsequenz entsteht doch ein Gefühl höchster Achtsamkeit und Aufmerksamkeit die man empfinden kann und darf.

Es belebt meine Sinne, bereichert mein Leben und lässt mich kraftvoll fühlen und agieren.

Ich will gleich an dieser Stelle einem Irrglauben und damit dem Irrweg der Anbetung und dem dabei überzogenen “sich selbst aufgeben” entgegentreten:

Wenn mein Gegenüber “Guru-Status” erreicht und ich ohne jegliche, intellektuelle und gefühlsmäßige Reflexion der anderen Person meine Entscheidungskraft übereigne,

dann ist dies KEINE “Hingabe”! Es ist Selbstaufgabe und ungesund!

Denn dies hat ein einziges, egoistisches Ziel:
Eigenverantwortung abtreten – den Fernsteuermodus einschalten.

An dieser Stelle nochmals verstärkende und treffende Worte:

Martin P. Rubeau:
Wahre Hingabe hat ihre Wurzeln in einer ehrfurchtsvollen Dankbarkeit, die zugleich klar, geerdet und intelligent ist.“
Quelle: ebenda, SEIN.DE

Wer Egoismus und Ich-Bezogenheit ablegt gibt sich hin – er riskiert Haltlosigkeit und gewinnt das Leben an sich!

Was, wem und wann, kann und will ich mich hingeben?

Der Moment in dem es geschieht ist zu einem Gut-teil abhängig von der Wahrnehmung, den Gedanken und noch mehr von den Gefühlen die mich dabei leiten und tragen.
Das Hingebungsziel wiederum strahlt unmissverständlich Vertrauen mir gegenüber aus und “lädt mich ein”.

Beides, der richtige Moment und das passende Ziel, hilft mir dabei mich in Hingabe zu üben.

Eines meiner prägenden Erlebnisse war meine Heilfasten-Erfahrung in der Wüste Sinais.
Hier habe ich unabhängig jeglicher gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Zwänge und Zweifel zum ersten Mal in meinem Leben bedingungslose Hingabe an den Moment in Reinstform verspürt.

Ich wurde unendlich belohnt mit Gefühlen, körperlicher Regenerierung und einem verfeinerten Gespür für die Natur, mich und das Leben an sich.
Die dabei entwickelte, offene Grundhaltung ist mir nie wieder abhanden gekommen und unterstützt mich dabei echte Hingabe aus innerer Stärke heraus erleben zu dürfen.

Eine meiner täglichen Übungen “mich-fallen-lassen” ist ein klitzekleiner Beitrag um wehmütige Gedanken und Ängste von mir zu nehmen, denn sie behindern meine Hingabefähigkeit – an das Leben, die Liebe und den Moment!

Hingabe dem “Höheren”

Mystiker und Heilige aller Traditionen gaben und geben sich ganz und gar hin – Ihrem Gott oder dem was “höher” ist.
Sie stellen sich zur Verfügung – so wie es bereits im „Vaterunser“ heißt:

Dein Wille geschehe.

Denn: Radikale Hingabe bedeutet Kontrollverlust!

Wir Menschen tun uns schwer damit. Doch in uns gibt es einen Teil der dieses Leben in Kontrolle und Angst nicht als ganz und rund erkennt. Wir tragen auch die Sehnsucht in uns, rückhaltlos und vollständig uns dem Leben hinzugeben.

Auf diesem Weg ist Vertrauen die Basis: Wer weiß oder glaubt, dass alles, was geschieht, letztlich gut ist und gut wird, der kann sich hingeben.

Hingabe bedeutet dann nicht Selbstaufgabe, sondern eher, sich auf eine neue Art wieder zu finden – „Loslassen ist kein Fallen!“

Hingeben bedeutet “Hier und Jetzt”, heißt JA sagen und Eins-werden mit diesem Augenblick.

Wohin dieses Einverständnis führt kann niemand sagen. Ich gebe die Kontrolle ab, ich bin einverstanden mit dem, was geschieht, ich nehme es an.

Spätestens im Augenblick unseres Sterbens werden wir Hingabe erleben: Auch wenn wir uns vielleicht lange dagegen wehren werden, es wird passieren und nur durch hingeben und loslassen kommt es zu einem inneren Frieden.

Auch Jesus hat am Kreuz zunächst gehadert: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Doch im Moment des Todes gab es kein Aufbegehren mehr, nur noch die völlige Hingabe: „Es ist vollbracht.“

Hingabe in der Liebe

Die Vorstellung von Hingabe ist naturgemäß bezogen auf Gefühle und Regungen in Liebe und Sexualität. In einer Liebesbeziehung geben sich die Partner einander hin, lassen sich aufeinander ein, verschmelzen miteinander. Wer sich hingibt, sich selbst “gehen lässt”, sich fallen lässt, voller Vertrauen aufgefangen und aufgenommen zu werden. Wer einen anderen Menschen liebt, der gibt sich ihm hin, der möchte beides: bei sich und beim anderen sein.

Er will die Fülle und Lebendigkeit der Liebe erfahren.

Hermann Hesse bringt dies auf die einfache Formel:
„Wer lieben kann, ist glücklich!“

Im Sex eins-werden

Auch in der liebevollen Sexualität können wir uns ganz hingeben und auf wunderbare Weise Einheit erleben:

Wir fühlen uns, wir fühlen den anderen, wir fühlen die eigene Lust und die Lust des anderen und in höchster Verzückung wird aus zwei eins.

Vielen Menschen fällt es nicht leicht, sich hinzugeben. Sie haben Angst, sich selbst dabei aufzugeben und zu verlieren. Sie sind voller Mißtrauen, daß ihre Hingabe mißbraucht werden könnte. Wo Vertrauen fehlt oder schwach ist, ist oft die Angst vor Fehlern und das Bedürfnis nach Kontrolle stark ausgeprägt. Doch Kontrolle verhindert Tiefe in der Begegnung, verhindert Liebe und Lebendigkeit.

Das Erlebnis tiefer Verbindung

Mit Hingebung wird das Erleben und die Verbindung unendlich vertieft. In der Liebe herrscht häufig die Meinung vor, daß wir uns “dem anderen” hingeben. Doch in Wahrheit öffnen wir uns dem anderen und geben wir uns der Liebe, der Einheit, der Verbindung hin.

Hingabe in der Liebe bedeutet ­Bereitschaft, dem inneren Ruf, dem „inneren Gesetz“ zu folgen und dabei nicht nur die Freuden, sondern auch die ­Gefahren der Liebe anzunehmen.

Ein kleines Stück tragende Lyrik ist oft treffender als tausend Worte:

 

Khalil Gibrans Prophet:
„Über die Liebe“ „Wenn die Liebe dir winkt, so folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin, Auch wenn das unterm Gefieder ­versteckte Schwert dich verwunden kann.“

Was hat das mit Unternehmertum zutun?

Wer in der Vergangenheit noch niemals gescheitert ist oder sich “Schrammen” dabei geholt hat eine “Unternehmung” zu realisieren, der ist kein Unternehmer mit Hingabe.

Sich auf einen Weg einzulassen bei dem der Ausgang ungewiss ist , immer und immer wieder, benötigt Hingabe und das bedingungslose Verlangen und Vertrauen, mit Tatendrang sich “der Sache” hinzugeben.

Für mich ist Unternehmertum unabdingbar mit Hingabe verbunden!

Unternehmer-Lyrik:

Heinz J. Hafner:
„Wenn die Unternehmung dich ruft, so folge ihr, aus Schritt wird Sprung – schwer und ungewiss – Doch wenn Deine Flügel dich tragen, so flieg!
So manche Winde und Stürme werden Deinen Absturz fordern – Doch flieg!“

 


Inspirierende Quellen zum Thema:

http://www.fluter.de/de/112/erfahrungen/10571/

https://www.sein.de/hingabe-der-schritt-ins-ungewisse/

https://books.google.de/books?id=Bh-I0t4wOFQC

 

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